Es war einmal ein wildes Gelände, vor langer Zeiten ein Steinbruch, aus dem Steine für die Ludwigskirche gebrochen wurden, wo Jungs mit ihren Hunden und Männer mit ihren Gewehren spielten. Dort bewohnte Familie Lorenz lange ein stattliches Haus, das dem Weg in den ehemaligen Steinbruch schließlich den Namen gab: Am Lorenzberg. Das Haus steht heute noch, wenn auch gänzlich umgebaut. Mit Bäumen zugewachsen war das Gelände damals noch lange nicht, und der Platz schien dem frisch gegründeten kirchlichen Bauauschuß gut geeignet, ein kleines Kirchlein dort zu bauen, das weit ins Tal zu sehen war. Seit der Jahrhundertwende wurden Evangelische Gottesdienste in der Neuscheidter Schule an der Bahnstraße bzw. in der Geisbergschule gefeiert. Schon 1935 wurde beschlossen, eine Kirche in Neuscheidt zu bauen. Architekt Rudolf Krüger legte 1936 einen Plan vor, aber die Reichsregierung lehnte das Bauvorhaben 1937 ab. Der 2. Weltkrieg verhinderte dann alle weiteren Planungen.

Es wird gebaut und Männer nahmen Schaufel und Picke selbst in die Hand; sie begannen 1951, den Platz am Lorenzberg für den Bau der Neuscheidter Kirche vorzubereiten. Doch vorher waren weitere Schwierigkeiten zu überwinden; von den bereits durch Pfarrer Hermann Alsdorf angesammelten Geldern aus der Zeit vor 1945 war durch Entwertung nur wenig übriggeblieben. 1949 wurde dann der Kirchbauverein neu gegründet, der Plan des Architekten Krüger umgearbeitet und auf persönliche Anregung von Ministerpräsident Johannes Hoffmann sogar ein ansehnlicher Turm dazugeplant; ursprünglich war nämlich nur ein kleines Gemeindehaus geplant. Nun ist daraus eine zweigeschossige Kirche geworden. Das steigert die Baukosten natürlich enorm: von ursprünglich 4.675.000 auf 8.500.000 Franken. Obwohl die notwendigen Kreditzusagen vom Saarland und der Rheinischen Kirche nicht vorliegen, beginnt der Bau. Durch Selbsthilfe der Gemeindemitglieder wird viel Geld gespart; Pfarrer Venitz gelingt es, von der Halberger Hütte verbilligt 80.000 Backsteine zu erhalten. Bis Oktober 1951 ist der Rohbau geschafft. Schließlich kommen die Kreditzusagen, die ein Weiterbauen möglich machen. Noch währenddessen wird die Planung erneut erweitert: Um weitere Sitzplätze zu erhalten, wird der Windfang vergrößert zu einem Vorraum, in den weitere 40 Gottesdienstbesucher passen.

Es wird eingeweiht obwohl bereits während der Bauarbeiten die neue Kirche in Dienst genommen wurde. Am 27. Juli 1952 feiert die Gemeinde erstmals einen Gottesdienst im neuen Kirchenraum. Von nun an finden die Gottesdienste jeden Sonntag in der neuen Kirche statt, die von den Pfarrern Rohrbach und Venitz gestaltet werden. Am 6. September 1953 ist es dannendlich soweit: Die Bauarbeiten sind abgeschlossen, die neue Kirche in Neuscheidt-Schafbrücke kann feierlich ihrer Bestimmung übergeben werden. Zunächst nimmt die Gemeinde von ihrer alten Gottesdienststätte in der Schule Abschied und zieht in einer feierlichen Prozession zum Lorenzberg. Nach einer kurzen Andacht, die Pfarrer Rohrbach gestaltet, findet die Schlüsselübergabe durch den Architekten Rudolf Krüger statt. Die Weiherede hält Präses D. Held, die anschließende Predigt Pfarrer Venitz. Die neue Kirche mit den Buntglasfenstern nach Entwürfen von G. Lehoczky - allesamt von ortsansässigen Familien gestiftet - verfügt über einen steinernen Altar und ist zunächst mit Stühlen möbliert. Später werden diese durch Bänke ersetzt und die Kirche erhält auch eine Orgel. Der Kirchenraum nimmt das gesamte Obergeschoss des Gebäudes ein. Im Untergeschoss sind Funktionsräume für die Männer-, Frauen- und Jugendarbeit sowie ein Pfarrzimmer untergebracht.

Es wird weiter gebaut bis Ende der sechziger Jahre: Nun ist in der Evangelischen Kirche am Lorenzberg auch der Innenraum mit Orgel, Bänken auf einem angehobenen Parkettboden sowie einer neuen Beleuchtung und einer neuen Liedtafel fertig. Eine letzte Bank steht heute unter der Linde vor der Kirche. Die neue Kirche sorgt dafür, dass die Gemeinde stärker zusammenwächst. Immer neue Gemeindeglieder kommen hinzu, und so beschließt die Kirchenleitung in Düsseldorf 1957 die Errichtung einer selbstständigen Kirchengemeinde mit dem Namen Neuscheidt-Schafbrücke aus Teilen der bisherigen Gemeinden Scheidt und Bischmisheim. Erster Pfarrer der neuen Gemeinde wird, nachdem Gemeindehelfer Rolf Bick von 1955 bis 1959 die seelsorgerische Betreuung innehatte, Erich Spier. 1961 beschließt das Presbyterium den Bau eines Pfarrhauses auf dem Grundstück neben der Kirche, das 1968 vom Nachfolger Pfr. Spiers, Pfarrer Alfred Commerçon, und seiner Familie bezogen wird. In den Jahren 1968 und 1969 wird die Kirche renoviert und das Glockengeläut, das bis dahin aus nur zwei Glocken bestand, wird vervollständigt. Mit der Übernahme neuer Aufgaben durch die Kirchengemeinde - vor allem die Jugendarbeit wird stark ausgeweitet - erweist sich die Kirche zunehmend als zu klein. Ab 1975 laufen die Vorbereitungen zu einer Erweiterung des Gebäudes. 1977 schließlich entscheidet das Presbyterium, ein Gemeindehaus an die Kirche anzubauen. Finanzielle Probleme, aber auch Verzögerungen bei der Erteilung der Baugenehmigung durch die Landeshauptstadt Saarbrücken sorgen dafür, dass die Bauarbeiten erst im Mai 1984 beginnen können. Und dann geht alles recht schnell: Feierliche Grundsteinlegung ist am 9. September 1984, das Richtfest folgt bereits am 18. Oktober des gleichen Jahres. Die Gemeinde muss während der Bauphase improvisieren.

... Und weiter gebaut weil kein Raum für die Sitzungen der verschiedenen Gemeindekreise zur Verfügung steht. Aber am 10. November 1985 ist es soweit: Das neue Gemeindezentrum wird feierlich eröffnet - mit einem völlig neugestalteten Kirchensaal und vielen Räumen für die Aktivitäten der Gemeinde.

Evangelische Kirchengemeinde

Schafbrücke

Am Lorenzberg 10

66121 Saarbrücken

 

Gemeindebüro

Silke Ries-Kiefer

di+do 11-14h geöffnet

+49 681 83090190

Email:

schafbruecke@ekir.de

Am 27.12. und 29.12. ist das Gemeindebüro geschlossen.

 

Pfarrer Jörg Metzinger

Am Lorenzberg 8

66121 Saarbrücken

+49 681 83090191

+49 177 8309019

Email:

joerg.metzinger@ekir. de

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